Allgemeiner Schachklub Salzburg mit Sitz im ASKÖ Sportzentrum Maxglan, Eichetstrasse 29-31, 5020 Salzburg

Siegfried Teufl verstorben

Mit großer Trauer müssen wir mitteilen, dass unser langjähriges Mitglied und Träger der Silbernen Ehrennadel des ASK Siegfried Teufl am 14. Jänner 2026 im Alter von 67 Jahren unerwartet von uns gegangen ist. Die Urnenbeisetzung findet am Donnerstag, 5. Februar 2026 um 14:40 Uhr am Kommunalfriedhof statt.

Siegi kam im Jahr 1983 als Spitzenspieler zum Verein und führte den ASK im Jahr 1986 in die 1. Bundesliga, die höchste Liga in Österreich. Seine Mannschaftskollegen und viele andere Vereinsmitglieder bewunderten seinen Spielstil, manche bezeichneten ihn als Genie am Schachbrett. Nach einem Eklat bei der Staatsmeisterschaft wurde er unverschuldet zusammen mit anderen Spielern vom ÖSB für ein Jahr vom Spielbetrieb gesperrt, worauf die Bundesligamannschaft zerfiel und wieder in die 2. Bundesliga abstieg.

Siegi ließ sich dennoch nicht vom Schach abbringen, sein höchstes Elo Rating von 2258 erreichte er im Jahr 1999. In dieser Zeit reifte auch die Idee einer Homepage für den ASK Salzburg, für die er die technischen Voraussetzungen schuf. Mit Siegis Unterstützung wurde der ASK ab 1999 mit der ersten Internetseite eines Salzburger Schachklubs Vorreiter in dem sich entwickelnden Internet. Seit dieser Zeit wurde die Seite des ASK etwa 850.000 mal besucht. Leider erlebt er die Millionenmarke nicht mehr, dazu hätte er noch einige Jahre bei uns bleiben müssen. Siegi selbst nützte die neuen Möglichkeiten und wurde Administrator von dutzenden Firmenwebseiten.

Sein Ableben hinterlässt im ASK eine große Leere, in den Herzen vieler Schachspieler wird er mit seiner unbekümmerten Art noch lange weiterleben. Siegi, du wirst uns fehlen!

Zur Traueranzeige

Abschiedsworte seines Sohnes Stefan:

Wenn ich an meinen Vater Siegfried denke,
dann denke ich oft an ein Schachbrett.
An Vorausdenken, an mutige Züge,
an Wege, die nicht jeder gehen würde.

Mein Vater war ein sehr intelligenter Mensch.
Aber er hat diese Intelligenz nie benutzt, um reich zu werden oder Karriere zu machen.
Er hat sich entschieden, sein eigenes Spiel zu spielen,
nach seinen eigenen Regeln, außerhalb der üblichen Bahnen.
Manchmal wirkte es, als wäre er ein Zauberkünstler,
der mit Ideen und Technik durchs Leben ging,
immer ein paar Züge voraus, aber nie am schnellen Gewinn interessiert.

Technisch war er seiner Zeit oft voraus.
Schon in den Anfängen der IT, bei den Grundpfeilern wie Assembler,
wollte er verstehen, wie die Dinge im Innersten funktionieren.
Nicht, um damit zu prahlen, sondern weil ihn das Denken selbst fasziniert hat.

Schach war für ihn mehr als nur ein Spiel.
Er war ein exzellenter Schachspieler,
und er hat nicht nur selbst gewonnen,
sondern auch ein Team zum Sieg geführt.
Er konnte Stellungen lesen, Chancen erkennen
und andere motivieren, den nächsten Zug zu wagen.
Vielleicht, weil er wusste, dass man manchmal Opfer bringen muss,
um das Spiel insgesamt voranzubringen.

So war auch sein Leben.
Er war kein Mensch für feste Formationen.
Er wollte nicht einfach eine Figur in der Reihe sein,
sondern selbst entscheiden, wohin er geht.
Er hatte den Mut, ungewöhnliche Züge zu machen,
Züge, die viele von uns sich nicht getraut hätten.

Lange Zeit ging er mit großer innerer Stärke durchs Leben,
mit einem festen mentalen Ausgangspunkt,
ohne viel Angst vor Entscheidungen oder vor dem Alleinsein.
Er vertraute seinem eigenen Plan, seinem eigenen Spiel.

Für mich war er oft mehr Freund als Vater.
Mein philosophischer Gesprächspartner.
Wir haben über das Leben diskutiert, über Freiheit, Sinn und Gesellschaft,
manchmal stundenlang, manchmal leidenschaftlich.
Diese Gespräche waren für mich wie Partien,
in denen nicht gewonnen oder verloren wurde,
sondern in denen es darum ging, gemeinsam zu denken
.

Und doch gehört auch zur Wahrheit,
dass er in unserem Leben manchmal gefehlt hat.
Nicht, weil wir ihm nicht wichtig waren,
sondern weil die Umstände, sein Lebensweg
und seine eigenen inneren Kämpfe es ihm oft schwer gemacht haben,
so da zu sein, wie man es sich vielleicht gewünscht hätte.
Das war für uns nicht immer leicht,
aber es war auch für ihn nicht leicht.

Was ich ganz besonders vermissen werde,
sind die kleinen Dinge zwischen uns.
Dieses gegenseitige Pushen, dieses gemeinsame Tüfteln,
wenn wir über unbequeme Workflows gesprochen haben,
über neue Ideen, über das Trainieren von LoRAs,
über Möglichkeiten, Dinge besser, eleganter oder einfach interessanter zu machen.
Diese Momente, in denen es nicht um Probleme ging,
sondern um Neugier, um Spaß am Denken und Ausprobieren,
um dieses stille Verstehen zwischen uns.

Doch irgendwann wurde das Spiel schwerer.
Körperlich und auch geistig hat er abgebaut,
und die Züge, die früher funktioniert haben,
haben ihn plötzlich nicht mehr weitergebracht.
Das Lebenskonzept, das ihn so lange getragen hatte,
hat ihm am Ende keinen sicheren Stand mehr gegeben
.

Sein Tod war kein einfacher, kein begreifbarer Zug.
Er war kein Zeichen von Schwäche,
sondern Ausdruck einer tiefen Erschöpfung und Überforderung,
die wir vielleicht nie ganz verstehen werden.
Aber wir dürfen nicht vergessen,
dass selbst die besten Spieler irgendwann in eine Lage kommen können,
aus der sie keinen Ausweg mehr sehen.

Heute nehmen wir Abschied von meinem Vater,
aber wir erinnern uns an die vielen klugen, mutigen und besonderen Züge,
die er in seinem Leben gemacht hat.
An seinen scharfen Verstand, seine Eigenwilligkeit,
seine Kreativität und seinen Mut, anders zu sein.

Für mich bleibt er der Mensch,
der mir beigebracht hat, selbst zu denken,
Fragen zu stellen und nicht immer den einfachsten Weg zu gehen.
Der mir gezeigt hat, dass man sein eigenes Spiel spielen darf,
auch wenn es nicht dem entspricht, was andere erwarten.

Papa,
du fehlst auf meinem Brett des Lebens.
Aber das, was du mir beigebracht hast,
wird mich bei jedem weiteren Zug begleiten.

Danke für das Spiel, das wir teilen durften.
Und lebe wohl
.

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