Allgemeiner Schachklub Salzburg mit Sitz im ASKÖ Sportzentrum Maxglan, Eichetstrasse 29-31, 5020 Salzburg

Reinhard Vlasak gewinnt das 34. Seniorenturnier Maria Alm 2023

Bericht von Reinhard Vlasak
Das 34. Maria Alm Turnier wäre beinahe nicht zustande gekommen, nachdem Turnierleiter Gottfried Herbst den Verlust seiner Frau beklagen musste. Erst nach einem Telefonat eine Woche vor Turnierbeginn, in dem ich ihm technische Hilfe mit dem Verwaltungsprogramm „Swiss Manager“ zusicherte, kam sein ok.

Insgesamt 19 Senioren hatten sich zu dem Turnier, das vom 15. – 20. Mai im Maria Almer Haus der Begegnung gespielt wurde, angemeldet. Der Eloschnitt war mit 1754 nur geringfügig schwächer als der der gleichzeitig stattfindenden Österreichischen Bundesmeisterschaft der Senioren S65 (1785). Gleich in der ersten Runde kamen uns 2 Spieler abhanden. Die Nummer 2 des Turniers Michael Ernst erschien nicht zum Turnier, und Franc Mamarina war darüber enttäuscht, dass er in der 1. Runde spielfrei war, worauf er seinen Rücktritt vom Turnier erklärte.

Mein persönlicher Turnierbericht:
Ich spielte, als Nummer 10 gesetzt, gleich in der ersten Runde mit Schwarz gegen den topgesetzten FM Hans Singer. Die Partie verlief lange Zeit ausgeglichen, ehe ich einen unbedachten Turmzug machte, der nach dem sofortigen Angriff durch den weißen Läufer auf Abwege geriet und nichts mehr für meinen Gegenangriff leisten konnte. Danach fand die Partie ein rasches Ende. FM Singer opferte einen Turm in meine Königsstellung, wonach ich mit meinem Turm in eine Fesselung geriet, aus der ich nicht mehr entfliehen konnte. Zusammen mit der offenen g-Linie, auf der Matt drohte, waren die Drohungen nicht mehr abzuwenden. Also gleich ein Fehlstart ins Turnier.

In der 2. Runde stand ich gegen den deutschen Spieler Klaus-Michael Hansch mit einem gedeckten Freibauern auf c5 klar auf Gewinn und wollte die Partie gemütlich zu Ende spielen. Doch plötzlich übersah ich einen Qualitätsverlust, wodurch aus dem von Stockfish angezeigten Vorteil von +5 augenblicklich ein 0,0 wurde. Die Partie endete mit Remis, womit ich auf Rang 16 zurückfiel. Die Lehre aus diesem Remis war, dass ich niemanden im Starterfeld unterschätzen darf.

In der 3. Runde begann meine Aufholjagd. Mein Gegner war der Seekirchner Felix Mösl, gespielt wurde am letzten Brett. Felix luchste mir gleich den Isolani auf d5 ab, geriet dafür aber am Königsflügel etwas unter Druck. Felix nahm noch einen zweiten Bauern, in der Hoffnung, dass er mit Doppelangriff auf Turm und Läufer eine Angriffsfigur tauschen kann. Sein Wunsch erfüllte sich nicht, ich konnte den Spriger auf f3 mit Schach abtauschen, mit der Dame auf h2 mit Schach eindringen, wonach ich mit dem angegriifenen Läufer mit Tempo seine Dame angriff und im nächsten Zug mit dem Turm auf d2 eine undeckbare Mattdrohung aufstellte.

In Runde 4 spielte ich gegen Walter Scharler. Er versuchte, mit unkonventionellen Zügen der Theorie zu entkommen. Das Resultat war zunächst ein Raumvorteil für mich, und eine offene g-Linie, der mir erlaubte, meinen Springer auf f5 mit Mattdrohung auf g7 zu spielen. Nach Damentausch gewann ich einen Zentrumsbauern, wonach meine vorrückenden Freibauern die Partie entschieden.

In der 5. Runde, die am Nachmittag als Doppelrunde gespielt wurde, hatte ich den Deutschen Klaus-Peter Grasmeyer als Gegner. Am Beginn des Endspiels verließ ihn für einen Zug die Konzentration, was ich umgehend zu einem Qualitätsgewinn aunutzen konnte.

In Runde 6 spielte ich mit Schwarz gegen den führenden Wolfgang Weinwurm (Ternitz), der bisher nur ein Remis abgegeben hatte. Wenn ich um die vorderen Plätze mitspielen wollte, musste ein Sieg her. Der wilde Kampf, den beide für sich gewinnen konnten, endete zum Schluss mit einem Matt, das sich Weinwurm nicht mehr zeigen ließ.

Vor der letzten Runde hatten, hervorgerufen durch meinen Sieg über Wolfgang Weinwurm, gleich drei Spieler die Chance auf den Turniersieg. Wolfgang Weinwurm, mein heutiger Gegner Joachim Schubert und ich. Nachdem am Brett 2 rasch Remis vereinbart wurde, musste der Turniersieger am 1. Brett ermittelt werden. Joachim Schubert stellte sich zunächst gut auf. Dann gingen seine Pferde mit einem ungestümen Bauernzug von b7 nach b5 durch. Ich konnte nun seinen Springer auf d5 tauschen, wonach entweder ein Turm oder eine Leichtfigur verloren ging. Schubert gab den Springer und spielte noch etliche Züge weiter, bis er einsehen musste, dass er mit inzwischen einem Minusturm im Endspiel keine Chance hat und aufgab.

Nach der Siegerehrung äusserten alle Teilnehmer großes Lob an Turnierorganisator Gottfried Herbst, und viele kündigten ihr erneutes Antreten beim 35. Maria Alm Seniorenturnier im kommenden Jahr an.

34. Seniorenturnier Maria Alm 2023 - Endstand

Rg.SNrNameEloFEDVereinPkt.BHBHSBRes.
110Vlasak Reinhard Dr.1777AUTAsk Salzburg23½25½19,500
23MKWeinwurm Wolfgang Dr.2019AUTSk Sparkasse Ternitz525½28½18,500
36Schubert Joachim1868GERSc Friesen Lichtenberg E.V.25½27½15,250
47FMTitz Heimo Dr.1850AUTSc Die Klagenfurter24½27½17,250
55Hansch Klaus-Michael1887GER42324½13,250
612Fischer Werner1720AUTGratwein-Straßengel42324½12,000
716Röttger Franz Dr.1570GERSchachfreunde Lohmar 1974 E. V42122½10,750
813Suliga Eckard Dr1720GER24½27½13,000
98Domsgen Bernd1848GERBurger Sk Schwarz-Weiß2425½10,000
1011Prendinger Rudolf1736AUTSk Erste Bank Baden2021½7,250
114Schmieder Siegfried1961GER19½218,750
129Grasmeyer Klaus-Peter1782GER324½268,750
131FMSinger Hans DI.2132AUTSc Die Klagenfurter24½27½10,250
1414Scharler Walter1712AUTUttendorf24½27½9,500
1515Mösl Felix1621AUTSeekirchen2021½3,750
1617Bruder Peter1516AUTGratwein-Straßengel218½203,750
1718Nowak Klaus1274AUTGraz-Eggenberg217½194,750
1819Mamarina Franc1229AUT120½22½3,000
192CMErnst Michael Mag.2104AUTSv Klosterneuburg016½17½0,000
Scroll to Top