Allgemeiner Schachklub Salzburg mit Sitz im „Violett“ – ASKÖ-Sportzentrum Maxglan, Eichetstrasse 29-31, 5020 Salzburg

ASK Winterturnier – Runde 5

Das online Turnier wurde am 19. Mai mit der 5. Runde abgeschlossen. Offensichtlich haben wir den seit November 2020 für Sportstätten geltenden Dauerlockdown nun überstanden. Der ASK öffnet ab 2. Juni 2021 wieder die Pforten für den Klubabend, der allerdings vorläufig noch mit den Covid-19 Sicherheitsbestimmungen abgehalten werden muss. Wir hoffen natürlich auf baldige weitere Lockerungen.

Die Partien wurden mit Turnierbedenkzeit (90 min plus 30 sek pro Zug) gespielt. Der Dominator des online Turniers war Stefan Weiss. Er gewann alle Partien und siegte unangefochten mit 5 Punkten vor Anatol Lederer und Florian Pöllner (je 3,5 Punkte). Stefan Heigerer erreichte nach verpatztem Turnierstart mit einem starken Endspurt 3 Punkte.

Florian Pöllner hat uns einen ausführlichen Bericht über die letzte Runde des online-Turniers geschickt:
Am Mittwoch war die 5. und letzte Runde unserer Online-Meisterschaft, Winterturnier genannt, wo wir mit einer längeren Bedenkzeit spielten. Favorit auf den Sieg war Stefan Weiss, der mit Weiß gegen Reinhard Vlasak antreten musste, was eine scharfe Partie versprach. Dann das direkte Duell der Verfolger Anatol Lederer und mir selbst. Während Anatol mit einem Sieg bei einer gleichzeitigen Niederlage von Stefan noch Chancen auf Platz 1 hatte ging es bei mir wegen der schlechten Zeitwertung darum entweder Zweiter zu werden oder zumindest Platz 3 abzusichern. Dafür brauchte ich entweder einen eigenen Sieg oder ein Remis bei gleichzeitiger Schützenhilfe von Stefan.

Beginnen möchte ich aber mit der Partie zwischen Michael Untersteiner und Robert Fritz. Hier war die Favoritenrolle klar. Nach 8 Zügen ließ Robert auf d5 einen Springer stehen. Michael hatte zuvor ein Bauernopfer gebracht mit der Idee den König im Zentrum zu halten. Robert sah die letztere Gefahr, allerdings nicht die Gefahr des Abzugsangriffs auf seinen Springer und war so eine Figur los. Nach Damentausch bestanden kann keine Probleme mehr, es wurde sogar schnell matt. Ein versöhnlicher Abschluss für Michi, für den es nicht so besonders gut lief.

Nun zu Walter Krimbacher gegen Christian Pichler. Walter etwas unorthodox mit d4 Sf6 f3, wurde trotzdem zu einem normalen Königsinder. Nach den heterogenen Rochaden wurde es sehr taktisch. Christian bot einen Springer an, nach dessen Wegnahme die Dame auf der langen Diagonalen gefesselt gewesen wäre, darum tauschte Walter stattdessen die Damen, wonach beide mit ihren Figuren ins gegnerische Lager eindrangen. Christian gewann so erstmal einen Bauern. Durch präzise Manöver bekam Walter seinen Bauern zurück, dann stellte Christian seinen entwurzelten Springer ein, womit die Partie gelaufen war.

Nun zur Partie Richard Untersteiner gegen Helmut Mayer. Die Partie lief zunächst ausgeglichen. Danach schnappte sich Richard einen Bauern auf e5, doch war sein König wegen Grundreihenmatt gefährdet. Seinen Springer manövrierte er in eine gefährliche Fesselung. Am Ende verlor er diesen Springer und Helmut fuhr seinen ersten Sieg ein.

Nun zu den Duellen an den vorderen Plätzen. Nehmen wir zuerst das Spiel Boris Gallob gegen Stefan Heigerer. Ein klassischer Italiener der alten Schule wurde aufs Brett gezaubert, offene Variante. Unübersichtlich wurde die Stellung, dann kam g4, was ein Ungleichgewicht in dei Stellung brachte, Stefan hatte 2 Bauern für die Qualität und aktive Figuren. Nach dem Damentausch machte Boris den wohl entscheidenden Fehler. Er gab die Qualität für nur einen Bauern zurück, wohl in der Hoffnung, dass die ungleichen Läufer im das remis garantieren würden. Stefan hatte jedoch 4:2 Bauern am Damenflügel und den viel aktiveren König und konnte problemlos auf Gewinn spielen. Stefan reduzierte die Bauern auf der Damenseite auf 2:0, setzte also alles auf seine verbundene Freibauern. Und sollte Erfolg haben. Boris überschritt einen Zug vor dem unvermeidlichen Bauerneinzuges die Zeit. Damit hat Stefan einen großen Sprung nach vorne geschafft, wie weit, wird sich noch zeigen.

Nun zum Duell zwischen Anatol Lederer und mir. Wie würde ich mich wohl präsentieren? Im frühen mittelspiel entschloss ich mich dazu die Qualität für einen Bauern zu opfern um den König von Anatol ein bisschen zu öffnen und auf meinen Entwicklungsvorsprung zu setzen. Angriff hatte ich nicht dafür, am Ende bekam ich noch einen Bauern dazu, die Zeit nutzte Anatol um eine starke Drohung aufzustellen. Nach Abwägung aller Möglichkeiten reagierte ich mit einer Gegendrohung. Anatol parierte und griff meine Dame wieder an. Ich zog auf das alte Feld zurück und auch Anatol erneuerte seine Drohung wieder. Wir beide hielten unsere Drohungen für gleich stark und wiederholten an dieser Stelle die Züge. Wir beide hatten damit ein gutes Turnier gespielt, Anatol hatte seinen Platz vor mir halten können.

Entscheiden musste die letzte Paarung nämlich… Stefan Weiss gegen Reinhard Vlasak. Reinhard klagte nach dieser Partie dass sein Rechner mehrmals nicht das gemacht habe was er ihm befohlen hatte. Wirft man einen Blick auf seinen ersten Zug, als er Stefans d4 mit f6 beantwortete so bestätigt sich dieser Verdacht. Oder hat er quick moves versucht, die nicht funktioniert haben? sicher meinte er Springer f6. Da er nun schon mal unorthodox eröffnet hatte musste er jetzt in den sauren Apfel beißen und so weiter spielen. Unmittelbar bestraft wurde das jedenfalls nicht. Es wurde sogar eine sehr interessante Positionspartie daraus. Sein gefürchtetes Opferspiel konnte Reinhard aus dieser Position heraus allerdings nicht aufziehen. Dann wurde es wild, Reinhard konnte wieder einmal nicht widerstehen und opferte die Qualität für einen Bauern, doch das war nicht das beste an dieser Stelle. Danach spielten beide Seiten ungenau. Am Ende erlaubte Reinhard es, dass Stefan seinen Turm mit Tempo in den Königsangriff bekam, ansonsten hätte er noch gut auf Dauerschach spielen können. Der Zug Dg1, der zum matt führte sollte wohl auch eher Dh1+ werden, wonach Reinhard noch ein paar Schachs gehabt hätte, am Gewinn hätte das aber auf Dauer auch nichts geändert.

So wurde Stefan mit 5 Punkten auch verdienter Sieger, ganze 1,5 Punkte Vorsprung vor Anatol Lederer, der ein gutes Turnier spielte und so manch betuchten Gegner bezwang. Das gleiche gilt auch für mich, nur hatte ich keine so starken Gegner und damit die schlechtere Zweitwertung. Trotzdem ist das eine Genugtuung bei den Schlägen, die ich im letzten Jahr im Onlineschach kassiert habe. Es wird höchste Zeit dass wir wieder am echten Brett spielen. Platz 4 sicherte sich Stefan Heigerer mit 3 Punkten, der noch an Reinhard Vlasak vorbeizog, der ebenso wie Gusti Untersteiner und Walter Krimbacher 2,5 Punkte hatte. Gusti musste wegen Uni die letzten beiden Runden absagen, sonst wäre er sicher ein ganz heißer Kandidat auf den Sieg geworden. Insgesamt waren 14 Spieler am Start, von denen bis auf einen mindestens 3 Runden dabei waren. Das hat sich doch gelohnt, hoffen wir dass wir heuer noch echten Klubbetrieb erleben werden.

war ein schönes Turnier, aber man hat auch gesehen dass die Teilnahme immer mehr rückläufig war.

ASK Winterturnier Lichess Runde 5

5. Runde        
BrSNrNamePkteErg.PkteNameSNr
14Weiss Stefan4,01 - 02,5Vlasak Reinhard Dr.1
28Lederer Anatol3,00,5 - 0,53,0Pöllner Florian6
37Gallob Boris Mag.2,00 - 12,0Heigerer Stefan2
45Krimbacher Walter1,51 - 02,0Pichler Christian11
53Untersteiner Michael1,01 - 01,5Fritz Robert14
612Untersteiner Richard0,50 - 10,5Mayer Helmut13
79Medina Miguel0,00 - -0,0-
810Untersteiner Augustin2,50 - -0,0-

ASK Winterturnier Lichess Endstand nach 5 Runden

                     
Rg.SNrNameElo1.Rd.2.Rd.3.Rd.4.Rd.5.Rd.PkteSB
14Weiss Stefan18018w13s12w110s16w15,013,50
28Lederer Anatol16764s16w11s07w13w0,53,59,75
36Pöllner Florian170214s11w013s19w12s0,53,54,25
42Heigerer Stefan18922w08s012s113w19s13,04,00
510Untersteiner Augustin1630--0,512w17w1--0--02,55,25
61Vlasak Reinhard Dr.19049w12s010w0,58s11s02,55,00
75Krimbacher Walter1746--0,513w15s02s010w12,53,75
83Untersteiner Michael18751s04w19s06w011w12,04,50
7Gallob Boris Mag.16836s0--18w13s04w02,04,50
1011Pichler Christian1377--0,511w16s0,51w07s02,04,00
1114Fritz Robert1380--0,510s0--012w18s01,52,75
1213Mayer Helmut1345--0,55s04w011s013s11,51,75
1312Untersteiner Richard1273--0,57s03w04s012w00,51,25
149Medina Miguel16583w0--0--0--0--00,00,00
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