Neumarkt Open 2019

Der Turniersieger heißt Emanuel Frank!

Von 25. bis 31. August 2019 fand das heurige Neumarkt Open statt. Aufgrund geringer Teilnehmerzahl (47 Spieler) wurden zwei der Bewerbe als Rundenturniere ausgetragen. Auch fünf ASKler nahmen teil, wobei erfreulicherweise Emanuel Frank das Turnier gewinnen konnte!

Ein Spielbericht von Florian Pöllner

Ich, Florian Pöllner, spielte im B-Turnier unter 1900 als Nummer 7 unter 20 Teilnehmern. Um meinen Platz zu halten, hatte ich mir schon 4 Punkte vorgenommen, vielleicht geht ja was nach vorne. Es lief in den ersten beiden Runden auch ganz gut an: Gegen Arnold Kawinek gewann ich ebenso wie gegen die Nummer 2 Walter Kassel. Bei beiden Partien war etwas Glück im Spiel: Arnold überraschte mich mit Englund-Gambit und ich bekam eine seltsame Stellung, jedoch kam mir mein Gegner mit dem Damentausch entgegen, nach dem ich den Gambitbauern sicher schlagen konnte. Der Rest war Technik, ein Remisangebot lehnte ich selbstverständlich ab. In der zweiten Partie fiel meinem Gegner im 44 Zug in unklarer Stellung die Klappe. Ich hatte zwar einen Mehrbauern, aber musste auch mit Mattdrohungen fertig werden. Die Zeit fiel ihm übringens, weil ihm nicht bewusst war, dass wir nur mit einer Zeitphase spielen, also 90 Minuten + 30 Sekunden pro Zug, aber keine Zeit nach dem 40. Zug mehr dazu, das hatte er vergessen. Mir war’s recht. Runde 3 brachte mit Herbert Wimmer aus dem Attergau einen weiteren starken Gegner. In langer Zeit spannendem Kampf setzte sich Herbert dann im Endspiel durch, indem er meinen Springer auf der Grundlinie angriff. Meine Bauern reichten als Kompensation gegen seinen Läufer nicht aus, da er sie lahmlegen und erobern konnte.

Am Spieltag 4 wartete mit Josef Hagmüller aus Oberndorf „der Totengräber“ auf mich, und er kam tatsächlich von einer Beerdigung und hatte vor mich ebenfalls zu beerdigen, und zwar mit einem hübschen Angriff auf dem Königsflügel. Diesen konnte ich gerade noch so aufhalten. Einen Bauern musste ich geben, hatte aber positionellen Druck auf seinen a-Bauern, so dass auch er nicht richtig weiterkam. Es kam eine dreimalige Stellungswiederholung und Remis, dem Totengräber glücklich von der Schippe gesprungen. Es war aber ein Vorbote für den Umschwung des Schlachtenglücks für mich in diesem Turnier. Die Partie gegen Meinhard Eiter war eine Partie zum Vergessen: Nach 10 Zügen hatte ich mit Weiß bereits 2 Bauern für nichts weniger. So schnell konnte ich gar nicht schauen wie der mir all mein Hab und Gut klaute, ich habe nicht einmal bemerkt wie mein Zeug verschwand. Als es schon ein Turm war gab ich auf. Und es setzte sich gegen Helmut Krause, meinen Freilassinger Kollegen, nahtlos fort, als mein Holländisch-Experiment in die Hose ging. Er spielte es sehr kunstvoll zu Ende, aber auch der einfache Weg hätte wunderbar funktioniert, spielerisch eine Katastrophe. Die letzte Runde verpennte ich passenderweise, so dass ich ein Kontumazpunkt für den blutjungen Lukas Dotzer produzierte. Ich hätte wohl aber eh nicht viel zu bestellen gehabt. Am Ende also Platz 15, was für mich natürlich eine große Enttäuschung war.

Außer mir waren im B-Turnier noch Lukas Prüll und Franc Mamarina am Start.

Zu Lukas: Er war die Nummer 1 im B-Turnier und ist mit einem guten Selbstvertrauen aus Wien angereist. Wie ich begann Lukas ebenfalls mit 2 Siegen in den ersten beiden Runden. Simon Bruckner und Walter Rusek waren die Gegner. Dann kam der spätere Turniersieger Clemens Havas, den Lukas eigentlich am Haken hatte, aber ins Remis entschlüpfen ließ. Auch von Herbert Wimmer trennte er sich friedlich. Dann kam die Partie, die ihn zurückwarf. Gegen Paul Kriechbaum kam er mit seinem Angriff nicht durch und verlor, womit Clemens einen Vorsprung hatte. Auch den jungen Lukas Dotzer konnte er nicht knacken, ein Remis war das Ergebnis. In der letzten Runde holte er noch einen Sieg gegen Meinhard Eiter, mehr als Platz 4 wurde es aber nicht mehr.

Franc Mamarina hatte einen schweren Stand im B-Turnier, er schaffte 2 Punkte und belegte Platz 19, wobei er einige Partien nicht hätte verlieren müssen. Insgesamt dürfte er genauso wenig zufrieden gewesen sein wie ich.

Am letzten Spieltag sollte die Entscheidung um den Sieg fallen, Clemens hatte die besten Chancen, verlor aber gegen Simon Bruckner, der nun selber weit vorne stand. Walter Kassel schlug Herbert Wimmer und kam nun wie Clemens und Simon auf 5 Punkte. Die Feinwertung sprach für Clemens Havas vor Simon Bruckner und Walter Kassel. Glückwunsch den Siegern!

Nun zum A-Turnier, zu dem genau 8 Spieler gemeldet waren, was ein Rundenturnier zur Folge hatte. Favoriten waren Frank Fleischer und unser Emanuel Frank. Doch es sollte ein ganz anderer vorne mitmischen. Stefan Heigerer war als 2. ASK-Starter im Feld, er sollte einen schweren Stand haben. Es begann mit einem Paukenschlag: Nurija Hasanovic, ein guter Blitzer und gefährlicher Spieler, aber jener Spieler mit der niedrigsten Wertungszahl, besiegte gleich einmal Frank Fleischer. In den weiteren Runden sollten sich Emanuel, Nurija und Frank deutlich vom Feld absetzen. Nurija begann sogar mit 5 (!) Siegen in Folge, Emanuel gab nur ein Remis gegen Mozart-Spieler Peter Donegani ab. Er war auch kein Freund dieser verkürzten Bedenkzeit. (Zitat Emanuel: Mit der normalen Fischer-Kurzzeit hätten wir qualitativ hochwertigere Partien und weniger Zeitnotschlachten). Nichtsdestotrotz verlor Nurija in Runde 6 erstmal gegen den Fünften Paul Meyer, während Frank und Emanuel sich Remis trennten. In Runde 7 besiegte Emanuel dann Nurija im direkten Duell um den Turniersieg. Nun musste Nurija zittern ob er noch von Frank Fleischer überholt würde. Doch er konnte den immer hartnäckig kämpfenen Peter Donegani nicht bezwingen, so dass er wegen des verlorenen direkten Duells gegen Nurija Dritter blieb.

Wir dürfen also Emanuel zum Turniersieg gratrulieren, er hat gezeigt, dass er der beste Spieler im Feld war und trotz der verkürzten Bedenkzeit nur 2 Remis abgegeben hat. Auch Nurija Hasanovic können wir beglückwünschen, Platz 2 in diesem starken Turnier damit war wirklich nicht zu rechnen, Dritter wie gesagt Frank Fleischer.

Stefan Heigerer spielte recht unglücklich und verlor die ersten 5 Partien am Stück, wobei er zuweilen ganz passabel stand. Immerhin schaffte er gegen Peter Donegani ein Remis und bekam den letzten Punkt gratis, was ihm sogar noch Platz 6 bescherte. Zufrieden dürfte er trotzdem nicht sein.

Endtabelle Neumarkt Open 2019 – A-Turnier

Rg.Snr NameLandEloPkt. Wtg1Wtg2Wtg3
17Frank Emanuel AUT2233617.505
21Hasanovic Nurija BIH190351315
38CMFleischer Frank GER223751304
44Donegani Peter GER2013412.2502
56MKMeyer Paul Hr. Dr.AUT20444903
63Heigerer Stefan AUT19281.5300
72CMHinteregger Arthur AUT21311.5201
85Bergen Klaus AUT191312.7500

Endtabelle Neumarkt Open 2019 – B-Turnier

Rg.Snr NameTypLandEloWtg1Wtg2Wtg3
15Havas Clemens AUT181652028
211Bruckner Simon U18AUT165151825
32Kassel Walter Dr.S50AUT185851622
41MkPrüll Lukas AUT18984.521.530
54Wimmer Herbert S50AUT18294.520.527.5
63Reissfelder Matthias S50GER183642129
76Rusek Walter Mag.S50AUT177842028
89Kriechbaum Paul S50AUT170742026.5
913Dotzer Lukas U10AUT163341825
108Eiter Meinhard S50AUT171641825
1116Krause Helmut S50GER155841622.5
1217Kawinek Arnold S50AUT15333.51317.5
1315Rennicke Uwe S65GER159331824.5
1412Woegerer Gerald AUT164631623
157Pöllner Florian GER17542.51927
1618Weiler Georg S50AUT15212.517.524
1710Hagmüller Josef S50AUT16672.51723.5
1814Krause Marianne S50GER1617219.526
1920Mamarina Franc S65AUT146321319
2019Berger Peter S65AUT1480011.516.5
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