12. Salzkammergut Schachopen 2018

DruckversionDruckversion

Solide Leistungsschau des ASK beim Schachopen in Bad Ischl
Mit neun Spieler/innen war der ASK heuer der klar teilnehmerstärkste Schachklub beim von Daniel Lieb exzellent organisierten Salzkammergut Open. Die ASKler boten im Großen und Ganzen gute Leistungen, wobei sicher das Abschneiden von Thomas Veigl im A-Turnier sowie jenes von Lukas Prüll im B-Turnier besondere Beachtung verdienen. Turniersieger wurde der 16jährige Schweizer FM Fabian Bänziger.


185 Schachenthusiasten fanden sich heuer zu Pfingsten (18.-21.5.2018) in der Kaiserstadt Bad Ischl ein, um in vier Leistungsgruppen und fünf Runden dem schönsten aller Spiele zu frönen. Drei ASKler – Thomas Veigl, Gernot Neuwirth und Stefan Stader – hatten sich diesmal im Vorfeld besonders viel vorgenommen, sich intensiv vorbereitet, und „wollten es wissen“. Speziell Thomas und Gernot waren mit der letzten Mannschaftsmeisterschaftssaison unglücklich, in der sie über weite Strecken zu uninspiriert und remislastig spielten. Würde es ihnen hier gelingen, „auf Knopfdruck“ ambitioniert und initiativ Schach zu spielen?

Bei Thomas Veigl kann diese Frage guten Gewissens mit „Ja“ beantwortet werden. Er startete als „Underdog“ im A-Turnier, hatte aber bereits nach drei Partien 2 Punkte in der Tasche. Hervorzuheben ist sicherlich sein Sieg in der zweiten Runde gegen den Serben Pero Dumancic (2082), den er mit druckvollem positionellem Spiel immer weiter einschnürte, um ihm schließlich den Garaus zu machen. In der dritten Runde, den Partieverlust unmittelbar vor Augen, spielte Thomas ein sehenswertes Turmopfer, das ihm einen Doppel-Randbauer bescherte. Um diese beiden Gesellen auf ihrem Gang zur Dame aufzuhalten, musste sein Gegner Hannes Schirmbeck (2163) zuerst seinen Spinger und im Anschluss auch noch seinen Läufer geben – wonach die Partie remis endete. Nach einer Niederlage in Runde 4 einigte er sich in der letzten 5. Runde noch auf ein schnelles Remis mit Peter Donegani (2065). Letztlich war Thomas mit seinen 2,5 Punkten und einer Eloperformance von 2102 (!) natürlich hochzufrieden!

Nicht so gut erging es hingegen dem zweiten ASKler im A-Turnier – Helmut Usleber. Vielleicht war schon ein bisschen in Runde 1 ein Knackpunkt, als er gegen Lukas Breneis (2206) in entscheidender Stellung einen Zug ausließ, der ihm aussichtsreiches Gegenspiel garantiert hätte – was ihn ziemlich ärgerte. Ihm gelangen in weiterer Folge nur noch drei Remisen. Laut seiner Aussage war Bad Ischl „eines seiner schwächsten Turniere überhaupt“. Das nächste wird sicher besser, Helmut!

Im B-Turnier spielte Lukas Prüll zunächst groß auf: 3 aus 3 hieß es Sonntag Mittag, und Lukas war am besten Weg in Richtung Turniersieg. In Runde 4 streute er ein für seine Verhältnisse schnelles Remis ein, das ihm in der Schlussrunde alle Möglichkeiten auf den Sieg offen ließ. In einer gewohnt unübersichtlichen Stellung (keiner der Kiebitze traute sich zu sagen, wer denn nun besser stünde) riskierte Lukas schließlich in beidseitiger Zeitnot mit einem Bauernopfer alles – es ging aber leider nicht auf. Damit stand sein Gegner Milos Modric (1899) als Sieger des B-Turniers fest, Lukas durfte sich zumindest mit Platz 6 über ein kleines Preisgeld freuen.

Zweitbester ASKler im B-Turnier wurde Gernot Neuwirth – auch ihm ging wie Thomas das „Gewinnen wollen“ voll auf! Zunächst hieß es einen „Pflichtsieg“ in Runde 1 einzufahren, der schnell gelang. Das restliche Turnier spielte Gernot nur noch gegen Elo-stärke Spieler im 1900er-Bereich. Runde 2 und 3 brachten relativ klare Remisen, in Runde 4 stand er gegen Wolfgang Wolfmajer (1928) bereits auf Sieg. Knapp vor der Zeitkontrolle wollte Gernot noch einen „unverbindlichen Abwartezug“ machen, bevor er, mit neuer Bedenkzeit ausgestattet, sich um die Umwandlung der Gewinnstellung in den Gewinn kümmern wollte. Sein Gegner fand aber in letzter Sekunde ein nicht „ablehnbares“ Figurenopfer, dass seine beiden Türme auf Gernot’s zweite Reihe brachte – daher leider nur Remis. In der letzten Runde klappte es dann aber doch nochmals: Diesmal bereits positionell unter Druck startete einen energischen Angriff, der schließlich zu einem nicht aufhaltbaren Freibauern führte. Damit wurde Gernot 11. und blieb – wie auch Stefan Stader – im Turnier unbesiegt.

Stefan Stader – einen Platz dahinter – spielte ebenfalls ein sehr gutes Turnier. Dabei haderte er zunächst etwas mit der Auslosung, die ihm gleich viermal junge, sicherlich unterbewertete Nachwuchsspieler bescherte. Eigentlich SpielerINNEN, denn gleich dreimal spielte er gegen Frauen. In den ersten drei Runden holte er 2,5 Punkte, dann wurde es aber zusehends schwieriger. Gegen Sophie Konecny (1839), die Turnierdritte wurde, kam er ebenso wie gegen Robert Oberbichler (1908, Turnierzweiter) in jeweils ein Endspiel, das sehr schwierig einzuschätzen, aber zu gewinnen gewesen wäre. Auch wenn sich Stefan deshalb geärgert hat – anschließende Analysen (teilweise mit FM Joachim Wallner) haben viel Wissenswertes gebracht und werden ihm auf seinem Weg nach oben noch nützlich sein!

Stefan Heigerer startete im B-Turnier als nominelle Nummer 1. Bei ihm lief es durchwachsen – schöne Siege, aber auch bittere Niederlagen. Besonders jene gegen Volker Melde (1866) in Runde 4 tat weh, war das doch Stefan’s beste Partie bis zum Zeitpunkt des Verlusts. Wenig verwunderlich erreichte Stefan seine drei Punkte ohne einziges Remis (1-0-1-0-1). Bei ASKs größtem Kämpferherz gibt es einfach keine Kompromisse. Allerdings merkte er etwas selbstkritisch zu seinem Ergebnis in Runde 3 an, dass er sich hier „zum Sieg veropfert“ habe. Wir haben beim Durchblättern in Stefan’s neuem Schachbuch ein Kapitel gefunden, von dem wir gespannt sind, ob er das ebenfalls studieren wird: „Remiskombinationen“.

Magdalena Mörwald war nach ihren Aussagen mit dem Turnierverlauf zufrieden, sie konnte sich vom Startrang vier Plätze nach oben auf Rang 22 arbeiten. Die einzige Niederlage fügte ihr Vereinskollege Lukas Prüll zu, im Bauernendspiel schaffte es Lukas letztlich einen entfernten Freibauern zu bilden, der das Partieende bedeutete. Spannend jedenfalls ihr Sieg gegen Maximilian Reichert (1704).

Einen Platz hinter Magdalena findet man Willi Veigl in der Tabelle. Er startete „gemütlich“ mit zwei Remisen ins Turnier, konnte aber am Doppelrunden-Tag dann mit zwei Siegen hintereinander voll zuschlagen. Als Belohnung spielte Willi am letzten Tag dann auf Brett 3 (hinter Stefan Stader auf Brett 2 und Lukas Prüll auf Brett 1!). Da hatten ihn aber schon etwas die Kräfte – bzw. die Konzentration – verlassen, und Willi musste doch noch eine Niederlage im Turnier hinnehmen. Das trug er aber als Schach-Gentleman gewohnt gelassen.

Sicher nicht ganz nach Wunsch verlief es zunächst für Miriam Mörwald, die mit zwei Niederlagen ins Turnier startete. Dann gelang aber auch ihr ein Sieg über Walter Zimmermann (1709) und schlussendlich konnte sie sich nach fünf Runden um fünf Plätze auf den 51. Tabellenrang verbessern.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

ASKler Start-Rang End-Rang Punkte Elo-Performance FIDE-Elo +/-

A-Turnier
 
Thomas Veigl 38 20 2,5 2102 22
Helmut Usleber 30 39 1,5 1875 -20,6

B-Turnier
 
Lukas Prüll 2 6 3,5 2011 3
Gernot Neuwirth 29 11 3,5 1983 26,6
Stefan Stader 11 12 3,5 1913 -0,8
Stefan Heigerer 1 19 3 1863 -15,8
Magdalena Mörwald 26 22 3 1782 -4,4
Willi Veigl 15 23 3 1835 -6
Miriam Mörwald 56 51 2 1545 -18


Alle weiteren Turnierdetails gibt es hier: http://chess-results.com/tnr310220.aspx?lan=0&art=0&fed=AUT&turdet=YES&f...


Insgesamt ziehen wir also zum 12. Salzkammergut Schachopen ein sehr positives Resümee. Zum einen zum Turnier selber (Organisation, Spielbedingungen, ausreichend Analysebretter, zentrale Lage des Spiellokals,…), aber auch zu den Möglichkeiten, untertags sich kulturelle Sehenswürdigkeiten anzusehen oder abends die Partien in netten Bars nachzubesprechen. Ich pflichte damit im Lob für dieses Turnier vollkommen dem bisherigen Berichteschreiber des Salzkammergut Opens – Walter Haselsteiner – bei.

Besonders haben wir Spieler/innen uns natürlich auch wieder über unsere „Fans“ gefreut – so kam etwa Freitag abends Florian Pöllner zu Besuch, am Sonntag untertags Klaus Thalhammer und Anatol Lederer und Sonntag abends Christian Pichler.


Gernot Neuwirth

 

Bilder vom Salzkammergut Open 2018 (Danke, Sabine, fürs Foto schießen!)


Im Saal A wurde das A- und das C-Turnier gespielt,...
 

...im Saal B das B- und D-Turnier.
 

Auch zum Analysieren gab es reichlich Platz.
 

Thomas Veigl entschied sich für die Teilnahme im A-Turnier, und das mit Erfolg: Letztlich machte er 50% der Punkte.
 

Schon fast ein Stammgast bei diesem Open - Helmut Usleber. Von den Ergbnissen her lief es diesmal nicht optimal.
 

In der letzten Runde versuchte Lukas Prüll sein Glück zu erzwingen, was leider nicht gelang. Trotzdem kann er mit dem Turnier zufrieden sein.
 

3,5 Punkte macht Gernot Neuwirth normalerweise maximal in einem 7rundigen Turnier. Diesmal reichten ihm fünf Runden.
 

Technisch ausgereifte Schachpartien lieferte Stefan Stader, dessen Spiel immer solider wird.
 

Keiner riskiert für einen Gewinn soviel wie er: Stefan Heigerer
 

Zwei Siege hielten auch Magdalena Mörwald über der 50%-Marke.
 

Die Doppelrunde am Sonntag bedeutete für Willi Veigl aufgrund zweier Siege auch doppelten Grund zur Freude.
 

Nach etwas unglücklichem Start landeten schließlich doch noch zwei Punkte am Konto von Miriam Mörwald.
 

Zwangloses Plaudern in den Mittagpausen.
 

Am Sonntag auch mit weiterer ASK-Unterstützung: Anatol Lederer...
 

...und Klaus Thalhammer.
 

Siegerehrung: In der Mitte Sieger FM Fabian Bänziger.
 



gn, 21.05.2018

Unser Klub: